Leckeres Vollkornbrot

Bäcker vs. „Aufbäcker“

In BLOG by rosalazic2 Comments

Soooo groß wird der Unterschied doch wohl nicht sein, oder? Ist doch „nur“ Brot? Hast Du Dich das auch schonmal gefragt?

Zugegebenermaßen ist es schon wirklich bequem, wenn man sein Brot auch gleich beim restlichen Lebensmitteleinkauf besorgen kann – täglich frisch aufgebacken, man muss nicht extra zum Bäcker, der vielleicht sogar am Nachmittag das Lieblingsbrot oder die Lieblingssemmeln (-brötchen ;)) nicht mehr hat.. Aber tun wir uns damit wirklich einen Gefallen, aufgebackenes oder abgepacktes Fertigbrot und Co. zu kaufen?

Ist Euch schon einmal aufgefallen, dass sich abgepacktes Brot vom Supermarkt verdächtig lange (bis zu 10 Tage!) hält? Wenn man einmal selbst mit Hilfe von Hefe Brot gebacken hat, dann weiss man auch, dass das nicht normal ist – nicht umsonst findet man vor allem online zahlreiche Tipps, wie man Brot lagern sollte, damit es eben nicht schon am nächsten Tag trocken ist. Bei Sauerteigbroten ist dies oft anders: Vielen schmeckt es am zweiten oder dritten Tag am besten und ist lange frisch.

„In ein gutes Brot muss das hinein, was das Brot braucht, und nicht das, was der Bäcker braucht, damit es bequem abläuft.“ – Christian Ruetz, Bäcker aus Tirol

Der Clou ist, dass in Aufback-Backwaren oftmals technisch erzeugte Enzyme zum Einsatz kommen, die meist gentechnisch hergestellt sind, um die Backwaren knuspriger, länger haltbar und leichter einfrierbar machen. Die dunkle Farbe erhält das Brot hier häufig nicht durch lange Backzeit oder Vollkornmehl – so wie beim „richtigen“ Bäcker, sondern durch Färbemittel, Malzextrakt oder Karamellsirup. Handwerksbäcker, die aber was von sich halten und ihrem Handwerk Ehre machen wollen, verzichten auf diese Backhilfsmittel, Farbstoffe, Emulgatoren, Schimmelverhüter oder gar Teigsäuerungsmittel. Welche Auswirkung diese Zusatzstoffe auf unseren Körper haben können, werde ich Euch bald auf meinem Blog erläutern.
Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich an den Siegeln Naturland, Bioland und Demeter orientieren – diese Siegel schließen die Verwendung von künstlichen Enzymen aus (auch dazu bald noch mehr auf meinem Blog!)

Leckeres Vollkornbrot

Leckeres Vollkornbrot

Man könnte sogar sagen, dass Hefe-Brot, das am nächsten Tag vielleicht nicht mehr ganz so frisch ist, ein Qualitätsmerkmal ist

Wie in vielen Bereichen des Lebens ist es auch hier sinnvoll genau so viel zu kaufen, wie man wirklich zu verbrauchen beabsichtigt. 🙂 „Aufbäckereien“, wie ich sie hier gerne nenne, oder eben Backshops stammen oft von großen Ketten oder sind in diese eingegliedert: So kann man beispielsweise bei Lidl, Aldi und Co. im hauseigenen Backshop Backwaren kaufen, aber auch bei deutschlandweiten Ketten wie z.B. Backwerk. Dass die Produkte, die hier verwendet werden nicht regional bezogen werden, ist wohl ersichtlich. Meist kann man aber gar nicht nachverfolgen, woher das Mehl genau stammt. Um den Preis so niedrig halten zu können, wird meist minderwertiges Billig-Mehl verwendet (Bäckerei Thoben beispielsweise verkauft in Berlin Schrippen (Brötchen) für 7 Cent!).

Das Einkaufen beim Bäcker ist zudem jedes Mal – zumindest für mich – ein richtiges Einkaufserlebnis. Ich bin ohnehin jemand, dessen Sinne beim Einkauf sehr viel mitzureden haben. Nicht nur das Auge isst mit, sondern auch die Nase und das Ganze rundherum spielt für mich eine große Rolle. Der Geruch von frisch gebackenem Brot erinnert mich oft an Zuhause, wenn Mama manchmal selbst gebacken hat und die ganze Wohnung danach geduftet hat. Ich gehe unheimlich gerne zum Bäcker, schaue mir an, was es vielleicht Neues gibt, lass’ mich da gerne beraten oder frage auch öfters mal nach. Kleinere Bäcker bieten meist regional gefertigte Backwaren an, die häufig auch mithilfe von Familienrezepten hergestellt werden; sie beziehen ihr Mehl oft von nahegelegenen Mühlen und durch einen Kauf beim richtigen Bäcker unterstützt man auch das Backhandwerk. Dieses ist leider vor allem durch den Vormarsch der „Aufbäcker“ vom Aussterben bedroht.

Kleine Betriebe können den Preiskampf mit den großen nicht Stand halten, ziehen daher oft den Kürzeren und müssen schließen.

Mein Bruder ist Bäckergeselle in einer kleinen Bäckerei am Staffelsee in Bayern. Ich bewundere es, wie er es schafft, so gut wie jeden Tag mitten in der Nacht aufzustehen und arbeiten zu gehen. Auch das gehört zu dem Job dazu – leider auch ein Grund, weshalb sich viele Jugendliche gegen eine Bäckerlehre entscheiden.

Ähnlich wie bei dem Einzelhandel ist der „Kauf vor Ort“ etwas, das ich für sehr unterstützenswert halte. Es ist wichtig, dass wir die kleinen und mittelgroßen Betriebe unterstützen, da wir mit jedem Kauf entscheiden, welcher Betrieb sich halten wird und welcher nicht. Klar kostet es beim Bäcker vielleicht ein paar Cent mehr als beim Discounter, aber stellt sich hier nicht die Frage, wem ich lieber mein Geld gebe? Jemandem, der mit seinem Verdienst, seine kleine Familie ernährt und vielleicht seiner Tochter dadurch den Ballettunterricht ermöglicht oder jemandem, der dieses Jahr den Umsatz von 10 auf 15 Millionen Euro erhöhen möchte?

Manchmal weiss man Dinge leider erst zu schätzen, wenn es vielleicht schon zu spät ist..

Backst Du Dein Brot selbst oder wo kaufst Du Dein Brot? Legst Du auf gutes Brot überhaupt wert oder hast einen Lieblingsbäcker?
Verrate es uns! 🙂
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Für alle, die vielleicht auf der Suche nach einem empfehlenswerten Bäcker sind, ist hier der Link zu einer interaktiven Karte vom Zeit-Magazin aus dem Jahr 2014. Hier sind einige Bäcker aufgelistet, die Leser empfohlen haben – leider auch mit einigen „Aufbäckern“.

Auch die Internet-Plattform „Utopia“ bietet eine Auflistung von Bio-Bäckereien an, die einem Leser-Ranking unterliegt. Ebenfalls findet Ihr eine aktuellere Version von Treeday.

Und hier findest Du die Quellen zu diesem Blogpost.

 

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Comments

  1. Hallo Rosa ein toller Post. Es ist halt einfach bequem beim Einkaufen das Brot ? in den Wagen zu legen. Und die Backfilialen an den Supermärkten sind meistens auch keine Alternative. Da wird auch nur noch aufgebacken und das Brot oft lieblos in die Tüte gestopft.

    Aber ich habe natürlich einen Lieblingsbäcker in Neustarts an der Aisch bzw. In Dachsbach.
    Seitdem wir da unser Brot kaufen, vorausgesetzt wir bekommen eins ? schmeißen wir auch deutlich weniger weg.

    https://arnderbel.de/

    Apropo Sonntagsfrühstück: Sonntags natürlich geschlossen ?

    1. Author

      Hi Jörg,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Wohooo, der erste auf meinem Blog! *fanfare* 🙂
      Gemütlich ist das auf jeden Fall – aber wie so viele Dinge, sind genau diejenigen, die „gemütlich“ für uns sind, diejenigen, die am wenigsten gut für uns sind.. 😉
      Und sehr sympathisch, dass Euer Bäcker wohl geboren wurde, als gerade Brezn gebacken wurden – das kann ja nur ein guter Mensch sein 😀

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