Freiheit in einem Bild auf den Punkt gebracht

Bin ich wirklich „zu viel“?

In BLOG by rosalazic2 Comments

Ein kleiner Blick, was mich zur Zeit beschäftigt

Heute wollte ich Euch meinen Gedankenbrei der letzten Tage, Wochen und Monate mal aufschwatzen. Immer wieder komme ich in das gleiche Gedankenkarussel und vielleicht bin ich ja nicht die Einzige, die sich eine Dauerfahrkarte gezockt hat… 🙂

Immer wieder komme ich an den Punkt, an dem ich mich persönlich hinterfrage. Ich weiss, dass das auch für andere anstrengend sein mag, da ich persönlich sehr kritisch mit mir selbst bin und gleichzeitig auch sehr diszipliniert in vielen Bereichen. Da bin ich anscheinend oft das wandelnde schlechte Gewissen für viele Menschen. Keine Ahnung, warum ich mir leichter tue, Dinge auch wirklich durchzuziehen, wenn ich sie mir vornehme. Vielleicht setze ich mir nur realistische Ziele? Vielleicht weil ich generell ein sehr realistischer Mensch bin? Das bedeutet aber ganz und gar nicht, dass ich keine Träumerin bin. Ich bin nur davon überzeugt, dass ich – wenn ich etwas wirklich will – auch immer irgendwie einen Weg finden werde, es auch zu schaffen. Ansonsten eben Ausreden. Ertappt? Du brauchst Dich jetzt nicht verlegen zu fühlen, wenn Dir spontan die ein oder andere Sache einfällt, bei der Dir die Ausrede wesentlich einfacher von den Lippen gefallen ist, als der Weg. Für mich ist dieses Ausreden-Weg-Ding auch ein ziemlich guter Kompass, ob ich etwas wirklich will, mag oder erreichen möchte. Gerade weil ich jemand bin, der auch wirklich mal lernen muss, anderen gegenüber „nein“ sagen zu können. 

Oft sind Enttäuschungen vorprogrammiert

Mein Problem ist nur, dass ich ziemlich oft von mir ausgehe und mich selbst als Gradmesser für andere verwende. Hier sind Enttäuschungen leider sehr oft vorprogrammiert, denn ich bin etwas, was man wahrscheinlich mit den Worten „zu viel“ ganz gut beschreiben könnte. Zumindest habe ich das schon sehr oft gesagt bekommen. Mir hat sogar mal jemand vorgeworfen, dass ich das ändern müsste, weil ich somit immer wieder Menschen vor den Kopf stoßen würde. Ist das wirklich so? Oder stoße ich damit nur Gedankengänge an, sich selbst mal zu hinterfragen? Unbequeme Selbstwahrheiten sind hier leider auch vorprogrammiert. Viele Menschen kennen es nämlich gar nicht, auch mal alleine zu sein und sich mit sich selbst zu beschäftigen. Hauptsache man ist abgelenkt und kommt gar nicht in die Verlegenheit, sich selbst mal zu hinterfragen.

Auch Enttäuschungen können hier die Stimmung kurzfristig trüben, weil beim Hinterfragen von sich und seinen Liebsten auch die ein oder andere unbequeme Wahrheit ans Tageslicht kommen kann. Dabei habe ich gelernt, dass Enttäuschungen eigentlich auch einen positiven Kern haben. Enttäuschungen sind nur da möglich, wo eine Täuschung vorlag. Deswegen ist eine „Ent-Täuschung“ eigentlich etwas Positives, weil wir durch sie von der Täuschung befreit werden und das Wahre sehen. Nennt mich esoterisch oder durchgeknallt, aber ich bin ganz gut darin, aus Schlechtem noch etwas Positives zu extrahieren. 🙂

Davon werde ich auch niemals "zu viel" bekommen <3

Davon werde ich auch niemals „zu viel“ bekommen <3

Ein bisschen zu viel von allem

Wenn ich weiss, dass einer guten Freundin etwas wichtig ist, dann interessiere ich mich auch selbst dafür. Schließlich ist mir meine Freundin ja auch wichtig und ihre Gedanken und Gefühle auch. Ich versuche immer einen Schritt weiter zu denken. Oder bin diejenige verrückte Freundin, die in zwei Tagen über 1400 Kilometer von Berlin nach Garmisch-Partenkirchen fährt, nur um mit ihren Mädels essen gehen zu können. Ich bin diejenige, die schaut, dass sich alle um sie herum wohl fühlen. Die, die zu viel denkt, sich zu viel hinterfragt, in manchen Sachen zu wild, zu gesprächig, zu selbstvertraut, zu leidenschaftlich, zu schlau, zu verträumt, zu intensiv, zu sexy, zu emphatisch, zu frech, zu emotional, zu herzlich, zu sportlich, zu großzügig, zu lustig, zu verrückt, zu ehrlich, zu konsequent, zu stark, zu vielfältig, zu nett und einfach generell zu viel ist. Bei mir gibt es keine halben Sachen. Entweder ganz oder gar nicht. Und darauf bin ich stolz, weil ich auch merke, dass ich mit meiner positiven Art auch viele anstecke und inspiriere. (Hier noch ein paar Funfacts über mich :))

Wir haben unser Leben selbst in der Hand und das, was wir daraus machen ebenso. Wir leben im Hier und Jetzt. Klar sind wir immer von der Vergangenheit geprägt, aber auch das ist für mich in vielen Bereichen nur eine Ausrede, warum man etwas nicht können sollte. Ich mag Jammerlappen nicht. Egal, ob männlich oder weiblich. Jammern hat niemandem bisher geholfen und einen auf Mitleidstour zu machen, genauso wenig. Gegen sowas bin ich wirklich allergisch. Es gibt tatsächlich Menschen, die gesund sind, ein gutes Elternhaus genossen haben, ein Dach über dem Kopf haben, jeden Tag etwas zu essen und gute Freunde haben und dennoch jammern. Mir ist sowas wirklich weltfremd. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Doch darum geht es nicht. Ich meine diese negative Grundeinstellung. Zu jammern, weil man sich für das ein oder andere zu fein ist, der Fingernagel oder ein Zacken aus der Krone brechen könnte, das ist *mir* ZU VIEL. Denn dieser Person ging es womöglich nie wirklich schlecht im Leben.

Freiheit in einem Bild auf den Punkt gebracht

Freiheit in einem Bild auf den Punkt gebracht 🙂

Früher habe ich mich für alle möglichen Leute verbogen, um es ihnen Recht zu machen. Quasi „everybody’s darling“. Aber everybody’s darling ist auch everybody’s Depp, weil man es nie allen Recht machen kann. Zudem gibt es auch Menschen, die anscheinend gerne jammern, sich in ihrem Selbstmitleid suhlen und da auch gar nicht rausgeholt werden möchten. Einer meiner Spitznamen „Mutter Teresa“ kommt nicht von ungefähr. Ich helfe von Herzen gerne, aber nur noch denen, die es wirklich zu schätzen wissen. Alles andere ist verschwendete Lebensenergie. Auch das musste ich erst lernen. Ich will in keine Schublade passen, mein Dickkopf würde da ohnehin gleich wieder raus wollen. Ich war noch nie in meinem Leben so frei, wie ich es jetzt bin. Frei in allen Bereichen: finanziell, emotional, beruflich, örtlich. Und ich bin wirklich selbstkritisch. Aber diese Selbstkritik macht mich auch so selbstvertraut. Ich weiss, was ich kann und was ich nicht kann. Klar kann ich alleine nicht die Welt ändern, aber ich kann in meiner kleinen Welt glücklich sein und anderen dieses Glücklichsein vorleben. 

„Everybody’s darling is everybody’s Depp“ – Franz-Josef Strauß

Und ich bin froh, dass ich genau so bin, wie ich bin. Ich bin alles andere als perfekt und habe meine Ecken und Kanten. Aber das ist auch gut so. Manchmal bin ich auch drüber, bin zu herzlich und zu nett. Das wird auch ganz oft als Anmache wahrgenommen, womit ich echt ein Problem habe. Ich bin nunmal einfach so, wie ich bin, zu jedem. Egal, ob groß, ob klein, ob Putzmann oder Vorstand. Für mich ist jeder zuallererst Mensch. Schlimm genug, dass „Nettigkeit“ so unüblich ist, dass es gleich als Anmache aufgefasst wird. Ich will aber auch nicht doof sein oder anders als ich es normalerweise bin, um anderen keine Hoffnungen zu machen. Manchmal gar nicht so einfach, wenn man Menschen einfach gern hat.

Ja, vielleicht habe ich zu hohe Ansprüche, bin zu leidenschaftlich, brenne zu sehr für meine Herzensangelegenheiten und lebe Momente zu intensiv – aber vielleicht ist das auch nur Ansichtssache. Jeder hat seinen eigenen Maßstab, seine eigenen Glücksmomente, seine eigenen Glücksbringer. Das Problem ist nur, dass die meisten von uns gar nicht wissen, was sie glücklich macht. Sie wissen nicht, was sie können oder wer sie sind. Was sie interessiert, wofür sie zu begeistern sind, wofür sie brennen, was sie an sich selbst mögen, wo ihre Stärken sind. Sie vergleichen sich zwar mit anderen, vergessen aber, dass solche Vergleiche immer hinkend sind. Jeder hat andere Voraussetzungen und wir tendieren dazu, anderen nur die schönen Dinge des Lebens zu zeigen – siehe Instagram & Co. Sich mit dem vermeintlich schönen Leben von anderen zu vergleichen, kann dann nur in die Hose gehen. Vielleicht ist es doch die bessere Alternative, das Beste aus der eigenen Situation zu machen?

Ist es wirklich schlimm, „zu viel“ zu sein? Nein! Meine klare Antwort. Wir leben nur jetzt, an ein anderes Leben kann ich mich zumindest nicht erinnern. 🙂
Hört auf, Euch über Dinge aufzuregen, die Ihr ohnehin nicht beeinflussen könnt. Freut Euch lieber darüber, was Ihr habt, dass Ihr gesund seid, dass Ihr das Privileg habt, das tun zu können, was Ihr wollt und wenn nicht, dann macht was dafür und setzt es Euch als Ziel. Spätestens dann werdet Ihr sehen, ob es Wege oder Ausreden dafür gibt. Macht das Beste aus Eurer individuellen Situation. Aber bleibt Euch selbst treu und vergesst nicht: Karma is a bitch 😉

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Comments

  1. Du sprichst mir aus der Seele 🙂 mach bloß weiter so! Ich bin genauso zu viel wie du und weiß dass es für andere Menschen gruselig – nicht zu verwechseln mit griesselig – ist. Deswegen müssen wir uns aber noch lange nicht verstecken, sondern ganz im Gegenteil!

    1. Author

      Liebe Lilly,
      ich freu‘ mich wahnsinnig, dass Du Dir tatsächlich meinen Blog angeschaut und gestöbert hast – freut mich wirklich riesig! 🙂 Und ja, ich gebe Dir vollkommen Recht, vor allem mit gruselig und griesselig 🙂
      War schön, Dich heute bei Surdham kennengelernt zu haben. Ich bin übrigens immer noch voll… O:)
      Schönes Restwochenende und auf ganz bald, hoffentlich!
      Deine Rosa 🙂

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