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Dankbarkeit – Mein Schlüssel zum Glück!?

Ehrliche Dankbarkeit erfordert ein Bewusstsein 

Gestern Abend war ich kurz vor Sonnenuntergang laufen. Nichts Besonderes, meine normale Runde, die ich meistens laufe. Dennoch hat mich ein tiefes, positives Gefühl von Dankbarkeit durchströmt. Es war zwar kein großartig anderes Setting als sonst. Mir kam niemand entgegen, der mich angestrahlt hat, kein besonderes Geschehnis, kein wirklich besonderer Sonnenuntergang. Dennoch war ich unendlich dankbar. Dankbar für diesen Moment, dass ich gesund bin und gerade genau dieses Leben führen darf, das ich lebe. Klingt komisch, ist aber so.

Ähnlich ging es mir mit einer Kundin bei einem Shooting vor ein paar Tagen. Sie hat mich am Tag vor dem Job angerufen, um noch einmal alle Details mit mir durchzugehen und meinte dann plötzlich: „Und eine Sache muss ich noch loswerden! Ich bin ganz begeistert von ihrem Blog. Am liebsten würde ich alles gleich in die Tat umsetzen! Und heute Abend werde ich für meinen Mann und mich Ihr Auberginen-Rezept nachkochen!“ Am nächsten Tag hatte ich dann als Pausenessen meine eigenen gefüllten Auberginen auf dem Teller und war einfach erfüllt von Dankbarkeit, dass es noch solche tollen Menschen gibt. 


„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

Sir Francis Bacon

Sind Achtsamkeit und Dankbarkeit der Schlüssel zum inneren Glück?

Gleichzeitig musste ich ein wenig schmunzeln. Letztens habe ich mich mit einem Freund getroffen, um von ihm Fotos zu machen. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und ich war einfach nur happy. Tolle Fotos, tolles Wetter, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Und dann sprudelte die Begeisterung auch aus mir heraus: „Hach, ist das nicht einfach schön hier? Ich bin gerade einfach mega happy!“ Seitdem muss ich immer wieder schmunzeln, wenn mich die Schönheit des Augenblicks übermannt. Mein Kumpel meinte nämlich, dass ich so etwas wie „positives Tourette“ hätte. Sätze wie „Gott, ist das schön hier!“, „Schau’ mal wie schön der Baum blüht!“, „Ich raste aus, ein Eichhörnchen!“, etc. kommen ziemlich häufig von mir. Und das meist mit voller Inbrunst. Ich freue mich über so viele vermeintlich kleinen Dinge des Lebens und auch darüber, wenn ich andere damit anstecken kann. 

Ich kann mich noch sehr gut an letztes Jahr erinnern, als ich meine Masterarbeit geschrieben habe. Um wirklich produktiv zu sein, habe ich mich jeden Tag in die Staatsbibliothek in München gesetzt, weil ich mich daheim von allem ablenken lasse. Ich bin jeden Morgen am für mich denkbar schlechtesten U-Bahn-Ausgang am Odeonsplatz ausgestiegen, um mit dem Blick auf die Theatinerkirche im Morgenlicht hinaufzusteigen. Jedes Mal dachte ich mir: Was für ein Privileg in München wohnen zu dürfen! Was für eine Kulisse! Wie gut es mir eigentlich geht und wie privilegiert ich bin, in München und zudem meinen Traum leben zu dürfen. Jedes Mal, wenn ich am Marienplatz oder im Hofgarten bin, halte ich einen Moment inne und habe dieses tiefe Gefühl von Dankbarkeit.


Für jeden Tag am Meer bin ich unendlich dankbar, hier bin ich ein ganz anderer Mensch
Für jeden Tag am Meer bin ich unendlich dankbar, hier bin ich ein ganz anderer Mensch

Dankbarkeit ist eng mit Glück verwandt

Und solche Momente gibt es ganz häufig, nicht nur in meinem Alltag. Jedoch haben wir irgendwie verlernt, solche Momente wahrzunehmen und sie nicht als selbstverständlich abzutun. Unsere Aufmerksamkeit liegt meist nicht bei uns, sondern wir sind oft auf andere fokussiert. Wir vergleichen uns mit Freunden, mit Kollegen oder mit Unbekannten. Auch wenn diese Vergleiche immer hinkend sind, weil wir nie alle Informationen haben, um uns wirklich mit jemandem vergleichen zu können. Gerade Menschen, die wir nicht kennen, zeigen sich ja meist von ihrer besten Seite, siehe Social Media, Instagram & Co. Da können wir im Vergleich nur den Kürzeren ziehen.

Doch warum müssen wir uns überhaupt vergleichen? Unsere Gesellschaft lebt uns das ein wenig vor. Wir müssen immer besser werden, immer mehr verdienen, aufsteigen, befördert werden, Ziele erreichen, mehr konsumieren und besitzen, um wirklich anerkannt zu werden. Doch zu welchem Preis? Um glücklich zu sein? Um andere glücklich zu machen? Oder um gesellschaftliche Vorstellungen eines redlichen Bürgers zu erfüllen? Um anderen zu beweisen, wie toll wir sind? Was ist mit uns? Was macht uns wirklich glücklich? Macht uns das glücklich?

Dankbarkeit ist ein Prozess

Viel zu oft vergessen wir, dass wir manche Dinge nicht beeinflussen können, die uns wiederum unterschwellig beeinflussen können. Wir können oft nicht beeinflussen, was andere von uns denken. Wir können es nicht jedem Recht machen und wir können nicht von allen gemocht werden. Deswegen sollten wir uns viel mehr darauf konzentrieren, was wir selbst in der Hand haben und eben beeinflussen können. Wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, was wir eigentlich wollen und was wir selbst schon erreicht haben. Und genau dafür dankbar sein. 

Viele Dinge, die Du erreicht hast oder positive Charakterzüge, sind nicht selbstverständlich. Für Dich fühlt sich das vielleicht so an, weil Du es gar nicht anders kennst, aber das bedeutet noch lange nicht, dass es selbstverständlich ist. Nichts ist selbstverständlich. Und hieraus erwächst für mich ein großer Teil meiner Dankbarkeit. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich im Großen und Ganzen gesund bin. Dass ich unabhängig bin, frei alles sagen und denken darf. Ich bin für so viele Dinge dankbar, die vielen im ersten Moment einfallen: für meine Freunde, meine Familie, meine Gesundheit, ich habe ein Dach über dem Kopf und muss keinen Hunger leiden.

Achtsamkeit und Bewusstsein für das Hier und Jetzt

Doch es gibt noch so viele andere Dinge und Momente, für die ich unendlich dankbar bin und die mich sehr glücklich machen. Für jeden Sonnenstrahl auf meiner Haut, für jedes Vogelzwitschern, für jede Sekunde am Meer, für jede liebe Nachricht von Freunden, für jeden Sonnenauf- und -untergang. Ich bin dankbar für jedes Lächeln, für jedes Türaufhalten, für jede noch so kleine Aufmerksamkeit, für den Geruch von Sommerregen, für jeden Marienkäfer, für jede blühende Blume, für jede innige, herzliche Umarmung, etc.

Ich liebe es mit dem Fahrrad durch München zu radeln, neue Ecken zu entdecken, an der Isar zu sitzen, im Englischen Garten zu liegen, den Sonnenuntergang an der Hackerbrücke zu sehen, ewig lange Spaziergänge, laue Sommerabende am Gärtnerplatz.. Du siehst, es gibt viele Dinge, für die auch Du im Alltag dankbar sein kannst. Und wenn Du erst einmal das Bewusstsein dafür entwickelt hast, wirst Du immer mehr Momente wahrnehmen, die Dich glücklich machen, die Du vorher als selbstverständlich abgetan hast oder gar nicht realisiert hast.

Es gibt nichts Negatives, das nicht auch etwas Positives hat

Man muss nicht jeden Tag mit Herzen in den Augen herumlaufen. Es gibt auch Tage, an denen ich mich nicht wohl fühle oder an denen ich einfach ein bisschen spinne. Darum geht es nicht. Wir sollen uns nicht künstlich dazu zwingen, dankbar zu sein. Wir sollten nur lernen, das was wir haben, besser wertzuschätzen. Und dazu gehören auch wir selbst. Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass Du schlecht gleichzeitig schlecht und gut gelaunt sein kannst? Und das belegen auch zahlreiche Studien, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Dankbare Menschen sind meist insgesamt glücklicher, optimistischer, emphatischer, selbstloser und hilfsbereiter. Dankbarkeit ist meist mit einer positiven Gefühlslage verknüpft. Je öfter Du dankbar bist, desto seltener kannst Du gleichzeitig schlecht gelaunt sein. Langfristig macht uns Dankbarkeit auch deswegen glücklicher, weil wir dadurch positive Erfahrungen intensiver genießen und die Fähigkeit erlangen können, selbst in negativen Erlebnissen noch etwas Gutes herausziehen zu können. Jede Situation und jedes Ereignis kann positiv und negativ ausgelegt werden. Ich denke mir dabei ganz oft: „Wer weiss, wofür es gut war! Wer weiss, wovor es mich bewahrt hat?!“

Es ist nicht immer wichtig, was uns passiert ist. Viel wichtiger ist, wie wir damit umgehen. Ohne die wirklich schlimmen Dinge in meinem Leben wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Und auch dafür bin ich dankbar, denn ich mag mich so, wie ich bin. Und ebenso dankbar bin ich auch meiner Mama und meinem Papa. Hätten sie ihre Heimat nicht verlassen, mein Papa damals als Gastarbeiter und meine Mama kurz vor dem Bürgerkrieg, um uns Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, wüsste ich nicht, wo ich heute wäre. Auch wenn sie manchmal anstrengend sind, haben sie mich großgezogen und mir eine Bildung ermöglicht, mit der ich für mein Leben gerüstet bin, um mir alles weitere selbst zu erarbeiten. DANKE, Mama und Papa! Ich bin dankbar, dass ich „ich“ sein darf. 

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Quellen

Cunha, L. F./Pellanda, L. C.Reppold, C. T. 2019: Positive Psychology and Gratitude Interventions: A Randomized Clinical Trial, in: Frontiers in Psychology, 2019. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2019.00584/full

O’Leary, K./Dockray, S. 2015: The Effects of Two Novel Gratitude and Mindfulness Interventions on Well-Being, in: The Journal of Alternative and Complementary Medicine, Vol. 21, 2015, No. 4, pp. 243-245.

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