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Die 5 bekanntesten Milchalternativen

Kaum ein Blogpost hat so viele Klicks auf meinem Blog verursacht wie mein Beitrag zum Thema „(Kuh-)Milch – besser nicht?!“. Ich habe total viele Nachrichten bekommen von Menschen, die dankbar waren, dass ich mir die Mühe gemacht habe und dass sie vieles über Milch schlichtweg nicht wussten. Umso größer war mein Ansporn Dir nun auch einen Beitrag über die Alternativen zu herkömmlicher Kuhmilch zu servieren. Denn immer mehr  Menschen entscheiden sich bewusst für Milch aus Getreide oder Nüssen. Rechtlich dürfen pflanzliche Milchalternativen nicht „Milch“ genannt werden, sondern müssen als „Drink“ gekennzeichnet werden, um den Verbraucher nicht zu täuschen. Mehr dazu in meinem bereits genannten Blogpost. Ich werde der Einfachheit halber auch die pflanzlichen Alternativen mit „Milch“ bezeichnen.

Oftmals werden Emulgatoren hinzugesetzt, um eine Emulsion zu bekommen. Dies dient lediglich dazu, dass sich die Inhaltsstoffe nicht trennen und absetzen. Deswegen steht auf der Verpackung auch, dass man die Milchalternative vor dem Öffnen schütteln soll.

Sojamilch – die wohl bekannteste Milchalternative 

Die Sojabohne wird immer wieder geächtet, weswegen ich diesem Thema auch schon einen eigenen Blogpost gewidmet habe. Hergestellt wird Sojamilch (Sojadrink), indem getrocknete Sojabohnen eingeweicht werden und dann mithilfe von Wasser püriert, gekocht und gefiltert werden. Hauptzutaten sind demnach Wasser und Sojabohnen. Es gibt allerdings auch Sorten, die Aromen, Calcium, Vitamin B12, Zucker oder andere Zusatzstoffe enthalten. Sojamilch schäumt sehr gut und ist sowohl zum Kochen als auch zum Backen super verwendbar. Allerdings stört viele der typische Soja-Geschmack, der bei der natürlichen Variante oftmals stark durchkommt. Ich persönlich mag die Soja-Vanillemilch von Berief sehr gerne für meinen morgendlichen Cappuccino. Mittlerweile gibt es sogar Sojabohnen aus europäischem Bio-Anbau, die natürlich viel nachhaltiger und ökologischer sind als viele andere Varianten. Zudem enthält Sojamilch ca. viermal so viel Folsäure wie Kuhmilch. 

Mandelmilch – schwieriger ökologischer Fußabdruck

Mandelmilch (Mandeldrink) ist schon seit dem Mittelalter in Spanien eine Spezialität! Sie wird meist aus gerösteten, gemahlenen Mandeln hergestellt, die in Wasser eingelegt und später gekocht werden. Das sind auch normalerweise die Hauptzutaten. Ab und an findest Du auch pflanzliche Öle, Emulgatoren, Zucker, Salz, Aromen, Calcium oder Vitamin B12 auf der Zutatenliste. Da sie in Kaffee dazu neigt zu flocken und sich eher schlecht schäumen lässt, verwende ich sie hier selten. Dafür eignet sie sich super für Porridge, Müsli, Smoothies oder generell zum Backen. Geschmacklich ist Mandelmilch eher süßlich und hat eine marzipanähnliche Note. Problematisch ist allerdings ihr ökologischer Fußabdruck, da Mandeln nicht nur unzureichend regional angebaut werden können und einen hohen Wasserbedarf haben. Weite Transportwege aus den Hauptanbaugebieten Kaliforniens sowie aus der Türkei, Italien oder Spanien tun ihr Übriges dazu.

Die Vielfalt an Milchalternativen ist riesengroß und für jeden Geschmack ist etwas dabei
Die Vielfalt an Milchalternativen ist riesengroß und für jeden Geschmack ist etwas dabei
Hafermilch – die heimische Alternative

Hafermilch (Haferdrink) ist die wohl ökologischste Alternative, da Hafer regional und ökologisch angebaut wird. In der Herstellung wird der entspelzte Hafer geschrotet, mit Wasser gekocht, fermentiert und mit Enzymen versetzt. Dann wird der entstandene Brei gefiltert und mit Pflanzenöl versetzt, um eine Emulsion zu erhalten. Hauptzutaten sind demnach Wasser, Hafer und meist Pflanzenöl. Auch hier können Zucker, Aromen, Calcium, B12, Stabilisatoren, Salz und Emulgatoren auf der Zutatenliste auftauchen. Nicht jede ist zudem glutenfrei. Je nach Hafermilch besteht eine gute Schaumbildung, die sie für Kaffeekreationen attraktiv macht. Zudem hat Hafermilch eine angenehme Süße, die sowohl für süße als auch deftige Speise geeignet ist. Hafer wird eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt, die sich auch bei Hafermilch leicht bemerkbar macht. Ich persönlich mag die Barista Editionen von Oatly oder DM Bio sehr gerne.

Reismilch – die süßliche Milchalternative

Reismilch (Reisdrink) ist die für mich geschmacklich süßeste Alternative, selbst wenn kein Zucker zugesetzt wird, da Reis an sich kohlenhydratreich ist. Hergestellt wird sie aus gemahlenem Vollkornreis, der mit Wasser gekocht wird. Die anschließende Fermentierung und Filtration wird durch das Zusetzen von pflanzlichem Öl abgerundet, um eine Emulsion zu bekommen. Auch hier können weitere Zusatzstoffe enthalten sein. Da Reismilch kaum schäumt, ist sie eher für das Kochen und Backen, sowie fürs Müsli oder Milchreis geeignet. Oftmals bekommst Du Reismilch auch in der Kombination mit Kokos- oder Hafermilch. 

Lupinenmilch – enthält alle essentiellen Aminosäuren

Lupinenmilch (Lupinendrink) ist wohl die unbekannteste Alternative unter den bereits genannten. Die Lupine ist eine heimische Hülsenfrucht, die getrocknet wird und 8-10 Stunden eingeweicht, gemahlen und dann gefiltert wird. Durch ihre ziemliche Geschmacksneutralität ist sie für süße sowie für herzhafte Gerichte geeignet. Die Lupinen-Samen sind wahre Proteinbomben und enthalten zudem alle essentiellen Aminosäuren. Außerdem bindet die Lupine im Anbau Stickstoff und reichert damit den Ackerboden an, das zugleich folgende Ernten begünstigt.

Weitere unbekanntere Alternativen zu tierischer Milch

Bisher etwas unbekanntere vegane Milchsorten sind beispielsweise Dinkelmilch (ähnlich zur Hafermilch), Haselnussmilch und Cashewmilch (ähnlich zur Mandelmilch), Hanfmilch oder auch Erbsenmilch. Hier werden sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch einige weitere Sorten aus Getreidemilch, Nussmilch oder Hülsenfruchtmilch auftun. 

Alle Milchalternativen sind im Gegensatz zu Kuhmilch frei von Cholesterin, Milcheiweiss und Laktose. Zudem sind sie weitaus umweltfreundlicher. Für 1 Liter Kuhmilch werden ca. 1.050 Liter benötigt. Für 1 Liter Sojamilch werden dagegen nur etwa 297 Liter Wasser verbraucht. Für 1 kg Mandeln werden etwa 10.240 Liter Wasser benötigt. 1 Liter Mandelmilch enthält etwa 2-5% Mandeln und kommt damit auf einen Wasserbedarf von ca. 204-512 Litern. Auch beim Calcium und Eisengehalt stehen die Alternativen der herkömmlichen Milch in nichts nach. Ich persönlich liebe sowohl Soja-, als auch Hafer- und Mandelmilch und habe sie immer zu Hause. Zudem ist es super einfach pflanzliche Milch selbst herzustellen – dazu bald mehr auf meinem Blog! 🙂 
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Quellen für diesen Blogpost

Ercin, A. E./Aldaya, M. M./Hoekstra, A.Y. 2011: The water footprint of soy milk and soy burger and equivalent animal products, in: Ecological Indicators, Vol. 18, 2011, pp. 392-402.
https://waterfootprint.org/media/downloads/Ercin-et-al-2012-WaterFootprintSoy_1.pdf

Fulton, J./Norton, M./Shilling, F. 2019: Water-indexed benefits and impacts of California almonds, in: Ecological Indicators, Vol. 96, 2019, No. 1, pp. 711-717.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1470160X17308592

Poore, J./Nemecek, T. 2018: Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers, in: Science, Vol. 360, 2018, No. 6392, pp. 987-992.
https://science.sciencemag.org/content/360/6392/987

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