Zucker – eine ganz legale Droge

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Zucker, was ist das eigentlich?

Der Haushaltszucker, den wir üblicherweise als Zucker kennen, ist ein Disaccharid. Disaccharide sind Kohlenhydrate, die wiederum einer der drei Makronährstoffe unserer Nahrung sind: Kohlenhydrate, Fette, Eiweisse.
Chemisch gesehen ist Zucker eine Verbindung aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff.

Kohlenhydrate gibt es in komplexer und weniger komplexer Form, je nachdem wie viele chemische Verbindungen enthalten sind: Es gibt hier Monosaccharide (Einfachzucker), Disaccharide (Zweifachzucker) und Polysaccharide (Mehrfachzucker).
Bei Monosacchariden gibt es wiederum Glukose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Galaktose (ein Bestandteil von Laktose);
Disaccharide sind die Saccharose (Rohrzucker, Haushaltszucker), Laktose (Milchzucker) und die Maltose, die wir in Keimen wiederfinden;
Polysacharide sind Amylose, Amylopektin, Glykogen und Inulin. Ballaststoffe sind beispielsweise weitgehend unverdauliche Polysaccharide.

Haushaltszucker ist also ein sogenannter Zweifachzucker, der aus zwei einfachen Zuckern besteht: Glukose und Fruktose.

Was ist überhaupt das Problem bei Zucker?

Zunächst konsumieren wir viel zu viel Zucker – beispielsweise bezieht der durchschnittliche Amerikaner täglich 17% seines Tagesbedarfs an Kalorien aus reinem Zucker. Vor 200 Jahren war der Jahresdurchschnittsverbauch eines Amerikaners bei knapp 2 Kilogramm. Heutzutage sind das allerdings mehr als 72 Kilogramm im Jahr!
In Deutschland ist es noch nicht ganz so dramatisch. Laut Statista lag der Jahresdurchnittsverbrauch pro Person im Jahre 2015 bei knapp 32 Kilogramm reinem Zucker.

Haushaltszucker und extrahierter Fruchtzucker zum Süssen haben in vielen Studien eins gezeigt: Sie machen uns süchtig und abhängig – genau wie jede andere Droge. Aber das ist nicht das einzige Problem. Unzählige Studien beweisen, dass Zuckerkonsum zu Vorstufen von Diabetes, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Lebervergiftungen, Nierenschäden und -krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie zu Durchblutungsstörungen führt.

Das Problem ist nicht nur der Zucker oder Sirup, sondern auch generell stark verarbeitetes Essen. Je stärker unsere Nahrungsmittel verarbeitet werden, desto mehr wichtige Nährstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe gehen verloren. Je weniger dieser Stoffe in unserem Essen enthalten sind, desto schneller wird das Essen verstoffwechselt, unser Blutzucker-/Insulinspiegel schießt in die Höhe und wir werden schneller wieder hungrig.
Fruchtsäfte sind ein gutes Beispiel dafür: Unser Körper erkennt so gut wie keinen Unterschied zu einfachem Zuckerwasser. Diese extrahierte Fruktose, die oftmals auch zum „gesunden“ Süßen verwendet wird, ist Hauptursache für Leberschäden, die nicht auf Alkoholkonsum zurückgeführt werden können.

Außerdem haben Haushaltszucker und Sirups keinen Nährwert: Es sind leere Kalorien. Zucker enthält keinen einzigen essentiellen Mikronährstoff (wie beispielsweise Mineralstoffe oder Spurenelemente). In einigen Sirups sind vernachlässigbare Spuren von Nährstoffen enthalten. Oftmals wurden hier aber Spuren von giftigem Quecksilber nachgewiesen.

Kaffee ohne Zucker? Für viele ein Ding der Unmöglichkeit..

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Was passiert, wenn wir Zucker essen?

Studien zeigen, dass Übergewichtige weniger empfindlich auf Dopamin reagieren und generell geringere Mengen an Dopamin haben  – genau wie Alkohol- oder Kokainabhängige. Eine verringerte Reaktion auf Dopamin wird mit Suchtverhalten in Verbindung gebracht – ganz gleich, worauf die Sucht beruht. Dopamin ist einer der Neurotransmitter in unserem Gehirn, der für das Belohnungszentrum (Glücksgefühl) zuständig ist. Je weniger stark wir auf Dopamin reagieren oder je weniger Dopamin unser Körper produziert, desto mehr Suchtmittel wird benötigt, um das Level zu halten. So erklärt sich auch das Verhalten abhängiger Alkoholiker: Man muss immer mehr Alkohol trinken, um das gleiche Glücksgefühl hervorzurufen.

Ebenso ist es bei Zucker – das ist auch der Grund, warum Zucker in so vielen Lebensmitteln versteckt ist, wie beispielsweise auch in Tomatenketchup: Wir sollen uns beim Essen Dank des Zuckerzusatzes glücklich fühlen und diese Emotion mit dem Lebensmittel verbinden, um es wieder zu kaufen. Genau so ist es auch bei Schokolade.
Schrauben wir unseren Zuckerkonsum drastisch runter, fühlen wir uns ein paar Tage lang hundeelend: Wir haben typische Entzugserscheinungen.

Und was kann ich jetzt dagegen tun?

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollte die tägliche Zuckerzufuhr auf höchstens 10%, besser noch 5% der gesamten täglichen Kalorienzufuhr betragen. In der Praxis heißt das: Bei einer Energiezufuhr von beispielsweise 2000 kcal, sollten maximal 200 kcal (bei 10%) bzw. 100 kcal (bei 5%) aus Zucker stammen. Umgerechnet sind das 50 g bzw. 25 g. Um das etwas greifbarer zu machen: ein kleines Glas (200 ml) Coca-Cola hat bereits 21,2 g Zucker.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Zucker zu vermeiden – aber um ganz ehrlich zu sein, führt kein Weg daran vorbei, den eigenen Zuckerkonsum nicht nur zu hinterfragen, sondern ihn auch herunterzuschrauben. Es gibt auch die Möglichkeit zumindest einen Teil mittels Zuckeralternativen wie Xylit, Stevia, Erythrit und vielen mehr zu ersetzen – hierzu bald mehr auf meinem Blog. Viele dieser Süßstoffe sind aber auch nicht viel gesünder als Zucker, oftmals sogar ganz im Gegenteil.

Fakt ist: Erst wenn Du Deinen gesamten Konsum an Süße reduzierst – egal ob diese von Haushaltszucker oder Zuckerersatz stammt, wirst Du auch ein geringeres Verlangen nach Süßem generell haben.

 

Würde es Dir persönlich schwer fallen, Deinen Zuckerkonsum zu reduzieren? Hattest Du auch schon einmal ein Lebensmittel in der Hand und hast Dich gefragt: „Was zum Teufel hat Zucker da zu suchen?“ Verrate es uns!
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Hier findest Du die Vielzahl an Quellen zu diesem Thema – teilweise mit Link zum selber Nachlesen. Nicht erschrecken, das ist eine ganze Menge 😉

 

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Comments 8

  1. Hallo, ich versuche auch seid einiger Zeit auf Zucker zuversichten. Ganz hab ich es nicht geschafft, aber schon stark reduziert.
    Vor 4 Jahren hat meine Familie und ich für 2 Wochen komplett auf Zucker verzichtet. Mit komplett meine ich das wir auch keine Salamie usw gegessen haben, da dort ja auch Zucker drinn ist (was nach meiner Meinung totaler blödsinn ist.) Nach 1 Woche habe ich schon starke Veränderungen bei meiner einen Tochter festgestellt ,sie wurde viel ruhiger und konnte sich besser konzentrieren das fand ich schon erstaunlich.

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      Liebe Wiebke,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Und das freut mich sehr, dass Ihr so viele positive Effekte aus dem Zucker-Verzicht für Euch verzeichnen konntet. Ich sage ja auch immer, man sollte es einfach mal probieren und die eigene Erfahrung und das Bauchgefühl ist immer noch das, was am wichtigsten ist. Allerdings merkt man dann auch erst, wo überall Zucker beigemischt wird und dass fast überall Zucker drin steckt. Sogar da, wo man ihn nicht vermutet hätte.
      Schon beeindruckend, dass Du schon nach 1 Woche bei Deiner Tochter eine Besserung festgestellt hast – stell‘ Dir vor, was dann erst nach ein paar Wochen herauskommt! Da mag man gar nicht dran denken, dass man seinen Körper jahrelang mit dem Teufelszeug gefüttert hat..
      Alles Liebe und vielen Dank fürs Lesen – da freue ich mich sehr darüber!
      Rosa 🙂

  2. Liebe Rosa, ein super Post! Ich selber ernähre mich ansich recht gesund und trinke als Durstlöscher lediglich Wasser… Wären da nicht die (wirklich teilweise großen) Mengen an Süßigkeiten, vor allem Schokolade die ich mir täglich nach dem Mittagessen reinschaufele 😉 Ja das ist (m)ein echtes Laster 😉 Und ja, ich stimme dir zu, dass auch Zucker einer Sucht gleicht auch wenn das heutzutage als völlig normal in unserer Gesellschaft angesehen wird und nicht ernst genommen wird. Ich liebe Schokokade und habe leider noch kein wirklich gutes Ersatzmittel gefunden, um davon ein wenig wegzukommen. (Ein Kaffee hilft ein bisschen aber nicht wirklich).

    Hast du Tipps oder hilft da nur der kalte Entzug ;-D

    Liebe Grüße

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      Liebe Patricia,

      da bist Du bei Weitem nicht die Einzige 😉
      Ich persönlich habe mich irgendwann als Kind total an Süßigkeiten überfressen und mag‘ Süßes seitdem ich fast 30 Kilogramm abgenommen habe gar nicht mehr – siehe Blog „Warum wir uns so selten wirklich belohnen“.
      Alternativ zu Zucker gehen Ersatzprodukte wie Stevia, Xylit oder Erythrit. Die vermindern das Verlangen nach Süßem zwar nicht, sind aber weniger schlimm als Zucker. Solange man es mit dem Haushaltszucker nicht übertreibt, ist das auch nicht so schlimm. Die Dosis macht das Gift. Leider ist Zucker aber mittlerweile fast überall enthalten, was es nicht so einfach macht, einen großen Bogen um ihn zu machen.

      Entweder Du versuchst Deinen generellen Zuckerkonsum langsam zu reduzieren oder erstetzt ihn durch Stevia/Xylit/Erythrit. Dann ist der Entzug nicht ganz ao schlimm und Du musst nicht vollkommen auf Deine Schoki verzichten, sondern isst sie dann auch bewusster.

      Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen 😉
      Alles Liebe,
      Rosa

  3. Der High ist leider real, aber man wird ja schon schief angeguckt wenn man seinem Kind zu Weihnachten den ganzen Mist wieder wegnimmt. Zucker ist überall und schon als Kind würden viele alles tun um ran zu kommen. Schlimm. Ich versuchs Grad clan und ja, mir gings auch erstmal mies. Bin ständig krank. Aber nicht weil mein Essen jetzt so mies ist sondern meine Laune 🙂 .. durchhalten und besser machen!

    1. Post
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      Hi David!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar! Du hast absolut Recht: In unserer Gesellschaft ist das „unnormale“ zur Normalität geworden. Man bekommt an jeder Ecke, in jeder Tankstelle und jedem Kiosk etwas ungesund Süßes – nach einer gesunden Alternative kannst Du leider oftmals lange suchen.. Durchhalten ist jedenfalls – wie so oft – der Weg zum Erfolg! ✊🏼
      Liebe Grüße,
      Rosa

  4. In Salatdressing und Tomatensaucen, völlig unnötig und ärgerlich ! Auch bei gefrorenen Beeren/ Obst wird Zucker gesetzt … warum .. echt nervig. Da muss man jedes Produkt hinterfragen!

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      Hi Feli,
      danke für Deinen Kommentar und da hast Du absolut Recht – ich werde es nie verstehen, warum man überall aus Prinzip Zucker hinzufügen muss. Gerade wenn man sich bewusst ohne Zuckerzusatz ernähren möchte, verzweifelt man da schonmal schnell. Also ob man nicht Zucker selbst hinzufügen kann, wenn man den Bedarf danach hat. Ich bin mir sicher, dass einige Unternehmen sich damit ins eigene Fleisch schneiden, da sie Kunden verlieren. Beispielsweise kaufe ich viele Dinge nicht aufgrund von Zuckerzusatz, die ich sonst gekauft hätte.
      Ganz liebe Grüße,
      Rosa 🙂

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