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Sonnencreme – Lieber nicht?

Warum viele Sonnencremes mehr schaden als helfen

Ich bin ein absolutes Sommerkind. Wache ich morgens auf und die Sonne scheint, stehe ich viel einfacher auf. Ich liebe die Sonne, das Gefühl von Sonnenstrahlen auf meiner Haut und die Wärme. Zudem sehe ich mit gebräunter Haut viel gesünder aus und ich mag mich damit mehr als mit Schneewittchen-Teint. Im Sommer bin ich ein ganz anderer Mensch. Ich liebe laue Sommernächte. Draußen unter den Sternen zu liegen und nach Sternschnuppen zu suchen. Nicht überlegen zu müssen, ob ich eine Jacke mitnehmen muss. Ich liebe es in den Eibsee, Walchensee, Chiemsee zu springen, den ganzen Tag am Wasser zu verbringen. Ich liebe das Geräusch der Wellen am Ufer, das Vogelgezwitscher, Sonnenuntergänge, Grillen und Picknicken mit Freunden und spät abends durch München heim zu radeln. 

Wie Du siehst, bin ich ein totaler Sommermensch. Natürlich hat auch der Winter viele schöne Seiten, doch ich persönlich mag den Sommer viel mehr. Und das nicht nur, um meine Vitamin D-Speicher vollzuladen. Den Hang zur Sonnenanbeterin habe ich wahrscheinlich von meinem Papa. Er hat sein Leben lang als Zimmermann auf Baustellen gearbeitet und war früher schon immer knackebraun. Jetzt in der Rente hat der Drang zum Sonnenbaden nicht nachgelassen. Selbst wenn ich im Winter von einer wochenlangen Reise zurück komme, ist er meist noch gebräunter als ich. 🙂

Kein Schatten ohne Sonne

Doch so schön der Sommer auch ist, so wichtig ist es auch, auf den richtigen Sonnenschutz zu achten. Außer Du möchtest aussehen, als wärst Du ein Hendl aus dem Grillshop. 😉 Man denke an die wirklich nicht schönen, verbrannten Dekolletés von unzähligen Frauen da draußen…
Auch beim Sonnenbaden gibt es ein „zu viel“. UV-Strahlung steht in starkem Zusammenhang Hautkrebs und eine generelle Alterung der Haut zu begünstigen. Je nach Hauttyp kann sich unsere Haut selbst eine Zeit lang vor diesen schädlichen Strahlen schützen. Danach braucht sie Unterstützung. Diese Unterstützung können wir ihr primär über eine Creme mit Lichtschutzfaktor (LSF, engl. SPF) geben. Ein LSF von 20 bedeutet, dass sich unsere Eigenschutzzeit um das 20-fache vervielfacht. Bist Du sehr hellhäutig, hast Sommersprossen, rotblonde Haare und helle Augen, liegt Deine Eigenschutzzeit bei weniger als 10 Minuten bei starkem Sonnenschein. Hellhäutige Blondinen können 10-20 Minuten ohne zusätzlichen Schutz ausharren. Und so zieht es sich weiter. Je dunkler Deine Haut von Haus aus ist und je dunkler Deine Augen und Haare, desto besser und länger verträgst Du die Sonne. Zudem ist jede Haut anders und sie gewöhnt sich auch an Sonnenbestrahlung. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass die Intensität der UV-Strahlung in den Bergen bis zu doppelt so hoch sein kann!

Warum müssen wir unsere Haut vor zu viel Sonne schützen?

Wichtig ist, dass wir Sonnenlicht brauchen. Wir haben über Jahrhunderte in der freien Natur gelebt und weitaus mehr Sonnenlicht auf unsere Haut scheinen lassen, als wir es derzeit tun. Der Großteil unseres Lebens findet drinnen statt. Entweder im Büro, in der U-Bahn oder anderweitig abgeschirmt durch dicke Kleidung. Doch unsere Haut braucht Sonnenlicht, wie hier schon beschrieben.

Schützen müssen wir unsere Haut, weil UV-A- und UV-B-Strahlen der Sonne durch die Ozonschicht gelangen. Diese Strahlen können unserer Haut nachhaltig schaden. Zu erkennen ist das entweder am Sonnenbrand, schnellerer Hautalterung, Pigmentflecken, Faltenbildung, Hautkrebs, etc. Ein wichtiger Eigenschutz unserer Haut ist der Hautfarbstoff Melanin. Melanin wird von unseren Pigmentzellen gebildet und wird bei Bestrahlung sofort an die äußeren Hautschichten als Schutzschild transportiert. Deswegen sehen wir relativ schnell eine leichte Bräunung und teilweise Tage später erst den wirklichen Bräunungsgrad, wenn die Produktion wieder heruntergefahren wurde. Übertreiben wir es aber extrem mit dem Bräunen, bildet die Haut noch einen stärkeren Schutzpanzer aus und verdickt die oberste Hautschicht, sodass eine Art Hornschicht entsteht. Oftmals sieht diese sehr ledrig aus. Viele Tiere haben diese verhornte Haut schon von der Natur aus gegeben.

Gerade aber bei Babys und Kindern ist dieser Eigenschutzmechanismus noch nicht vorhanden. Erst im Teenageralter ist der Körper vollkommen in der Lage Melanin zu produzieren. Daher ist hier der Sonnenschutz besonders wichtig. Auch im Schatten, unter Markisen oder Sonnenschirmen kommt etwa noch die Hälfte aller UV-Strahlen an. Deswegen solltest Du Dich auch hier eincremen, wenn Du längere Zeit draußen verbringen möchtest. 

Und wenn bei dir jetzt gerade Sommer ist und du zu Hause sitzt
und nicht rausgehst, weil du mal wieder vorm TV klebst,
dann denke daran, wenn der Tag dich verliert,
dass sich das Wetter ändern wird.

Pohlmann
Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich das erste Mal im Strandbad Wannsee in Berlin am Ufer stand und mich geweigert habe, tiefer als knöcheltief ins Wasser zu gehen. Das lag nicht daran, dass ich eine Sissi bin, sondern an der gefühlt zentimeterdicken Chemiekalienschicht Sonnencreme, die wie ein Teppich über dem See lag. Ich muss zugeben, dass ich das von meinen Bergseen wie dem Eibsee oder dem Walchensee gar nicht kannte. Jammern auf hohem Niveau.

Doch genau dieser Teppich an Sonnencreme hat mich zum Nachdenken gebracht. Das kann doch nicht gesund sein!? Weder für mich noch für die Fische, Pflanzen oder für das Wasser! Also habe ich nachgeforscht und das Ergebnis ist erschreckend.

2013 haben Forscher festgestellt, dass etwa 4 kg Titanoxid täglich allein auf den Balearen ins Meer geraten. Und Titanoxid ist nur einer der zahlreichen UV-Filter, die in chemischen Sonnencremes im Einsatz sind. Titanoxid (auch als Zusatzstoff E171 bekannt) steht in starkem Zusammenhang Entzündungen im Körper bis hin zu Krebserkrankungen auslösen zu können. Es kann entweder direkt über das Schwimmen im Meer, über das spätere Abduschen, über die Hautaufnahme in den Urin und später über die Kanalisation ins Meer gelangen. Dabei können Kläranlagen nur 40-60 % der Schadstoffe aus dem Wasser filtern. Schätzungen melden 14.000 Tonnen Sonnencreme, die jährlich ins Meer gelangt. 

Bereits kurz nach dem Eincremen sind einige Filterstoffe in unserem Blut nachweisbar. Studien zeigen, dass in Phytoplankton und in Fischen wie Delfinen oder auch in Kormoranen, die sich von Fischen ernähren, hohe Rückstände von Sonnencreme nachgewiesen werden können. Über die Nahrungskette landen diese dann wieder bei uns. Problematisch ist vor allem, dass diese Schadstoffe das komplette Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. 

Sonnenhüte sind nicht nur ein perfekter Strandbegleiter, sondern auch ein guter Sonnenschutz
Sonnenhüte sind nicht nur ein perfekter Strandbegleiter, sondern auch ein guter Sonnenschutz
Chemischer vs. mineralischer/physischer Filter

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie wir unsere Haut vor UV-Strahlen schützen können. Die eine Möglichkeit ist die Verwendung eines chemischen Sonnenschutzes, die andere die Verwendung eines mineralischen bzw. physischen Filters.

Die chemischen und eher schädlichen Sonnencremes nehmen die UV-Strahlung auf und wandeln sie beispielsweise in Wärme oder ungefährlicheres Licht um. Sie dringen hierfür in die Haut ein, bestehen aus vielen chemischen Filtersubstanzen und stehen im Verdacht auch eine Wirkung auf unseren Hormonhaushalt zu haben. Außerdem sollen sie die Entstehung von Sonnenallergien begünstigen. Unter die gefährlichen Filtersubstanzen fallen unter anderem Octocrylen, Octinoxat oder Oxybenzon (Benzophenon-3). Die beiden letzteren Chemikalien wurden wegen ihrer schädlichen Wirkung auf das Ökosystem der Meere und insbesondere auf Korallenriffe nun auf Hawaii ab 2021 verboten.

Im Gegensatz dazu wirkt der mineralische Sonnenschutz wie ein Reflektor. Er legt sich auf unsere Haut und reflektiert die UV-Strahlen. Hier ist in konventionellen Sonnencremes vor allem auch Titan- oder Zinkoxid in Nanopartikelgröße enthalten, um keinen weissen Filter auf der Haut zu hinterlassen. Sie dringen ebenfalls durch ihre Größe im Nanobereich in die Haut ein. Der „Weißel-Effekt“ bleibt damit aus. In den Inhaltsstoffen sind Nanopartikel oft mit „nano“ gekennzeichnet. Beispielsweise als „Titanium Dioxide (nano)“. Je höher der LSF bzw. Sonnenschutzfaktor, desto weißer wird in der Regel auch die Haut.

Das Problem mit Nanopartikeln

Problematisch bei Nanopartikeln ist, dass sie so klein sind, dass sie durch kleinste Zellwände hindurchdringen können. Gelangen sie beispielsweise über die Sonnencreme in die Haut, werden sie von den darunter liegenden Zellschichten aufgenommen und weiter über das Blut im Körper verteilt. Selbst in unser Gehirn können Nanopartikel durch ihre Größe eindringen. Schließlich landen sie in der Niere, die sie herausfiltert. Welches Unwesen sie bis dahin im Körper angerichtet haben, ist noch nicht zu einhundert Prozent belegt. Es gibt allerdings starke Hinweise darauf, dass Titanoxid in Nanopartikelgröße Entzündungen fördern und dem Immunsystem schaden kann. 

Welche Alternativen gibt es?

Generell ist es empfehlenswert, seine Haut vor übermäßigem Sonnenbaden zu schützen. Gerade die Mittagssonne ist sehr gefährlich. Nicht ohne Grund gibt es in südlicheren Ländern eine Mittagsruhe, auch „Siesta“ genannt. Selbst im Schatten unter Bäumen oder Sonnenschirmen kommen etwa 50 % der UV-Strahlen immer noch durch! Auch textiler Schutz wie Kleidung, Sonnenhütte oder auch Tücher können uns gut vor übermäßiger UV-Strahlung schützen. 

Eine gute Alternative für die Haut ist auch die Verwendung von biologischen Sonnencremes, auch „Öko-Sonnencreme“ oder Naturkosmetik-Sonnencreme genannt. Da sie nicht chemisch wirken, können sie sich nur auf die Haut legen und wie ein physischer Sonnenschutz dienen. Hier sieht man besonders den „Weißel-Effekt“, da gerade bei Sonnenschutz aus der Naturkosmetik per definitionem keine Nanopartikel verwendet werden dürfen. So gelangen die Filter nicht in die Haut, da sie zu groß sind und reflektieren das Sonnenlicht auf ihr. 

Ich persönlich habe gefühlt eine Ewigkeit nach einer für mich passenden Sonnencreme gesucht. Sie muss nicht nur vegan sein und aus der Naturkosmetik stammen, sondern auch tierversuchsfrei und wasserfest sein. Zudem möchte ich nicht wie ein Bleichgesicht sondersgleichen aussehen, wenn ich mich eingecremt habe. Eine ganz schöne Herausforderung, wie sich herausgestellt hat! Bis mir eine Freundin die RINGANA FRESH sunscreen SPF 20* empfohlen hat, von der ich vollends begeistert bin. Zwar ist in ihr auch Zink- und Titanoxid enthalten, diese sind allerdings von einer pflanzlichen Schicht ummantelt, sodass die Haut nicht direkt damit in Berührung gerät. Zudem sind die Partikel zu groß, um durch die Haut in unseren Körper zu gelangen. Durch die enthaltenen Öle ist sie super leicht auf der Haut verteilbar, pflegt und spendet zusätzlich Feuchtigkeit. Ich bin wirklich total happy und begeistert!

Außerdem reicht ein LSF von 20 vollkommen aus. Wenn Du an eine Eigenschutzzeit von 20 Minuten denkst, die viele in Mitteleuropa haben, und diese mit dem Faktor 20 multiplizierst, erhältst Du 400 Minuten. 400 Minuten sind wiederum mehr als 6,5 Stunden und so lange musst Du Dich erst einmal in der Sonne aufhalten! 

Also, es ist Sommer und wie Pohlmann sagen würde: Raus mit Euch, er ist viel zu schnell vorbei! Ich würde mich freuen, wenn Du meine Facebook-Fanpage abonnierst. Damit bleibst Du am einfachsten auf dem Laufenden. Natürlich kannst Du den Beitrag auch gerne teilen – sharing is caring! <3 

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Verwendete Studien/Quellen

Bens, G. 2014: Sunscreens, in: Advances in experimental medicine and biology; Sunlight, Vitamin D and Skin Cancer, Vol. 810, 2014, pp. 429-463.

Ruszkiewicz, J. A./Pinkas, A./Ferrer, B./Peres, T. V./Tsatsakis, A./Aschner, M. 2017: Neurotoxic effect of active ingredients in sunscreen products, a contemporary review, in: Toxicology Reports, Vol. 4, 2017, pp. 245-259.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214750017300288?via%3Dihub

Sánchez-Quiles, D./Tovar-Sánchez, A. 2015: Are sunscreens a new environmental risk associated with coastal tourism?, in: Environment International, Vol. 83, 2015, pp. 158-170.

Schneider, S. L./Lim, H. W. 2019: Review of environmental effects of oxybenzone and other sunscreen active ingredients, in: Journal of the American Academy of Dermatology, Vol. 80, 2019, No. 1, pp. 266-271.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0190962218321893

Singh, P./Nanda, A. 2014: Enhanced sun protection of nano-sized metal oxide particles over conventional metal oxide particles: an in vitro comparative study, in: International Journal of Cosmetic Science, Vol. 36, 2014, No. 3, pp. 273-283.

Tovar-Sánches, A./Sánchez-Quiles, D./Rodríguez-Romero, A. 2019: Massive coastal tourism influx to the Mediterranean Sea: The environmental risk of sunscreens, in: Science of the Total Environment, Vol. 656, 2019, pp. 316-321.

Yap, F. H./Chua, H. C./Tait, C. P. 2017: Active sunscreen ingredients in Australia, in: The Australasian Journal of Dermatology, Vol. 58, 2017, No. 4, pp. e160-170.

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