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Schwarzer vs. weißer Reis – welcher ist gesünder?

Ist schwarzer Reis gesünder als weißer?

Wie Du vielleicht schon auf meinem Blog mitbekommen hast, bin ich kein wirklicher Fan von „normalem“ Reis, Nudeln, Weißbrot, etc. Diese Lebensmittel weisen ganz viele „leere Kalorien“ auf, die Deinen Körper nicht mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Das heißt, Du nimmst zwar viele Kalorien in Form von kurzkettigen, einfachen Kohlenhydraten zu Dir, das ist aber auch meist schon alles. Es fehlen beispielsweise wichtige, sättigende Ballaststoffe, Mineralstoffe, hochwertige Proteine, essenzielle Fettsäuren, Vitamine, etc.

Diese wichtigen Nährstoffe gehen in der Verarbeitung meist verloren, weshalb es sich auch bei weißem, poliertem Reis um ein (stark) verarbeitetes Produkt handelt. Vergleichen kannst Du das auch mit Zucker – das ist das verarbeitete Produkt aus Zuckerrohr und hat letzten Endes wenig mit dem ursprünglichen Lebensmittel zu tun. Daher versuche ich stets eine gesündere Variante zu wählen. Ähnlich ist es auch bei Reis. Doch was macht schwarzen Reis gesünder als weißen?

Weißer Reis vs. schwarzer Reis – welcher ist besser und gesünder?
Weißer oder schwarzer Reis – welcher ist besser und gesünder?

Wie entsteht weißer Reis – und was geht dabei verloren?

Um zu verstehen, warum weißer Reis nährstoffärmer ist, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Verarbeitungsprozess. Reis wächst ursprünglich mit mehreren Schichten: der äußeren Spelze, der Kleie- und Keimschicht sowie dem stärkereichen Mehlkörper im Inneren.

Beim Herstellen von weißem Reis wird der Reiskorn zunächst enthülst (die Spelze entfernt) und anschließend poliert – das bedeutet, auch die Kleie- und Keimschicht wird maschinell abgerieben. Was übrig bleibt, ist fast ausschließlich der Mehlkörper: reiche Stärke, wenig sonst. Genau in der Kleie- und Keimschicht befinden sich aber die meisten wertvollen Inhaltsstoffe: Ballaststoffe, B-Vitamine (besonders B1, B3, B6), Vitamin E, Magnesium, Phosphor, Zink, Eisen und die pflanzlichen Antioxidantien. Also eigentlich alles, was „gesund“ ist…

Die Polierstufe entscheidet damit direkt darüber, wie nährstoffreich oder nährstoffarm ein Reiskorn am Ende ist. Schwarzer Reis, brauner Reis und roter Reis behalten ihre äußeren Schichten und profitieren genau deshalb von einem deutlich reichhaltigeren Nährwertprofil.

Vorteile von schwarzem Reis

Schwarzer Reis ist in vielen Bereichen die „bessere“, da in der Regel „gesündere“ Wahl im Vergleich zu weißem Reis. In der Regel hat schwarzer Reis 4-mal so viele Ballaststoffe und zudem zahlreiche Nährstoffe, wie beispielsweise Arabinoxylan und β-Glucan. Beide Stoffe sorgen beispielsweise dafür, dass Deine guten Darmbakterien namens Bifidobacterium und Lactobacillus unterstützt werden.

Bei der Verarbeitung von Reis zum uns bekannten weißen Reis gehen viele Nährstoffe, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine verloren, die bei der schwarzen Sorte erhalten bleiben. Die Verarbeitung hat einerseits die angenehme Folge der kürzeren Kochzeit, allerdings zulasten der Nährstoffe, die in der Schale stecken. Gerade in der Schale stecken die wertvollsten Inhaltsstoffe, und genau diese wird beim Polieren entfernt.

Die Kraft der Anthocyane

Schwarzer Reis ist eigentlich gar nicht schwarz, sondern stark dunkelviolett bis dunkelblau – das erkennt man besonders gut beim Kochen, wenn das Wasser sich tief lila färbt. Diese intensive Farbe verdanken wir der geballten Menge an Anthocyanen, die in schwarzem Reis stecken.

Anthocyane gehören zur Gruppe der Flavonoide, also zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung. Wir kennen sie auch aus Blaubeeren, dunklen Weintrauben, Rotkohl, Holunderbeeren und violetten Süßkartoffeln – überall dort, wo diese tiefe Blau-Lila-Farbe auftritt, sind Anthocyane am Werk.

Doch was machen Anthocyane im Körper? Sie fangen sogenannte freie Radikale ab – das sind aggressive Moleküle, die entstehen, wenn unser Körper Stress ausgesetzt ist, etwa durch UV-Strahlung, Umweltverschmutzung, Rauchen oder einfach durch den normalen Stoffwechsel. Freie Radikale schädigen Zellen, beschleunigen Alterungsprozesse und können langfristig Entzündungen und chronische Erkrankungen begünstigen. Anthocyane neutralisieren diese Radikale und schützen so aktiv Deine Zellen. Studien deuten zudem darauf hin, dass Anthocyane aus schwarzem Reis entzündungshemmend wirken und möglicherweise das Wachstum bestimmter Krebszellen hemmen können – allerdings handelt es sich dabei überwiegend um Laborstudien, und die Forschung dazu ist noch nicht abgeschlossen.

Schwarzer Reis ist tatsächlich nicht ganz so schwarz wie man denkt :)
Schwarzer Reis ist tatsächlich nicht ganz so schwarz wie man denkt 🙂

Nährstoffvergleich: Schwarzer vs. weißer Reis

Hier ein grober Vergleich pro 100 g ungekochtem Reis – die genauen Werte können je nach Sorte und Herkunft leicht variieren:

NährstoffWeißer ReisSchwarzer Reis
Kalorien~360 kcal~340 kcal
Kohlenhydrate~79 g~73 g
Protein~7 g~9 g
Ballaststoffe~0,4 g~2–4 g
Eisen~0,8 mg~2–3 mg
Anthocyanekeinesehr hoch
Vitamin Eminimalhöher

Die Unterschiede sprechen eine deutliche Sprache: Schwarzer Reis liefert mehr Protein, deutlich mehr Ballaststoffe, mehr Eisen – und als Bonus die antioxidativen Anthocyane, die weißer Reis vollständig verloren hat.

Glykämischer Index: Wie wirkt Reis auf den Blutzucker?

Ein weiterer wichtiger Unterschied, der oft übersehen wird: der glykämische Index (GI). Der GI gibt an, wie schnell ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Ein hoher GI bedeutet einen schnellen, starken Anstieg – gefolgt von einem ebenso schnellen Abfall, der Heißhunger auslösen kann. Menschen, die mit Diabetes oder mit starken Schwankungen ihres Blutzuckerspiegels zu kämpfen haben, kennen sich hier bestens aus.

Weißer Reis hat einen vergleichsweise hohen GI (je nach Sorte zwischen 64 und 72), was ihn ernährungsphysiologisch ähnlich wie Weißbrot oder helle Nudeln einordnet. Schwarzer Reis hingegen hat durch seinen höheren Ballaststoffanteil einen niedrigeren GI – die Stärke wird langsamer verdaut, der Blutzucker steigt gleichmäßiger. Das bedeutet: länger satt, weniger Heißhunger, stabiler Energielevel. Für Menschen, die auf ihren Blutzucker achten oder Diabetes haben, ist das ein relevanter Unterschied.

Nachteile: Das Arsen-Thema

Bei Reis sollten wir generell die Tatsache im Auge behalten, dass Reis häufig mit Arsen belastet ist. Arsen ist nicht nur ein Karzinogen, sondern ein sehr starkes – und im Gegensatz zu manch anderen Schadstoffen macht hier selbst die kleinste Dosis keinen Unterschied: Bereits geringe Mengen können krebserregend wirken.

Woher kommt das Arsen? Reis wächst in überschwemmten Feldern und nimmt dabei natürlich vorkommendes sowie durch Pestizide und Düngemittel in den Boden eingebrachtes Arsen aus dem Wasser auf. Da unpolierter Reis (also schwarzer, brauner und roter Reis) seine äußeren Schichten behält, kann er mehr Arsen enthalten als weißer Reis – das ist ein echter Nachteil, den ich ehrlich benennen darf. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, dennoch in den Genuss von schwarzem Reis zu kommen!

Was kann man tun?

  • Auf die Herkunft achten: Reis aus bestimmten Regionen (z. B. aus Süd- und Südostasien oder den USA) weist teilweise unterschiedliche Arsengehalte auf
  • Reis vor dem Kochen gründlich unter fließendem Wasser waschen – mehrfach, bis das Wasser klar bleibt
  • Mit mehr Wasser kochen (Verhältnis 1:6 statt 1:2) und das Kochwasser abgießen, anstatt es vollständig aufsaugen zu lassen – das reduziert den Arsengehalt nachweislich um bis zu 50 %!
  • Reis nicht täglich und in großen Mengen essen – als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung ist das Risiko gering

Weitere Reissorten im Vergleich

Schwarzer Reis ist nicht die einzige gesunde Alternative zu weißem Reis. Alle positiven Effekte gelten grundsätzlich für unpolierten, ungespelzten Reis. Hier ein Überblick, der Dir vielleicht auch hilft, etwas Abwechslung in Dein Reis-Game zu bringen:

Brauner Reis (Naturreis) ist die bekannteste Alternative zu weißem Reis. Er ist nichts anderes als „normaler“ Reis, der nicht poliert wurde – die Kleie- und Keimschicht bleibt erhalten. Nährstoffmäßig spielt er mit schwarzem Reis auf einem vergleichbaren Niveau und ist deutlich günstiger und leichter erhältlich. Studien zeigen, dass regelmäßiger Konsum von braunem Reis das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes senken kann.

Roter Reis enthält seine rote Farbe ebenfalls durch Pflanzenfarbstoffe – in diesem Fall Proanthocyanidine, die ebenfalls antioxidativ wirken. Er ist besonders in Südostasien und dem Mittelmeerraum verbreitet und bringt einen leicht nussigen Eigengeschmack mit.

Vollkorn-Basmatireis vereint die aromatischen Eigenschaften des klassischen Basmatireis mit den Vorteilen des unpolierten Korns. Er ist eine gute Wahl für alle, die an Basmatireis gewöhnt sind und ihn nur ungern gegen andere Sorten tauschen.

Wildreis ist eine Sonderstellung wert: Er ist botanisch gesehen gar kein Reis, sondern das Korn eines Süßgrases und wird offiziell nicht zu den Reissorten gerechnet! Er ist vor allem in Nordamerika bekannt und verbreitet, während die gängigen Reissorten ihren Ursprung in Südostasien haben. Nährstofftechnisch ist er jedoch sehr interessant – mit einem hohen Proteinanteil und vielen B-Vitaminen.

Fun Facts über schwarzen Reis

  • Schwarzer Reis wird auch „Forbidden Rice“ oder „Kaiserreis“ genannt – er war im alten China ausschließlich dem Kaiser und der Oberschicht vorbehalten, weil er so kostbar und teuer war. Normalen Menschen war der Verzehr verboten!
  • Beim Kochen färbt schwarzer Reis das Wasser intensiv lila-blau – das sind die Anthocyane, die sich im Kochwasser lösen. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.
  • Schwarzer Reis hat eine leicht süßliche, nussige Note, die ihn auch für Desserts interessant macht – zum Beispiel in meinem Mango Sticky Rice Rezept.
  • Als „Schwarzer Schokoreis mit Beeren“ lässt er sich auch wunderbar zum Frühstück zubereiten – cremig, sättigend und voller Antioxidantien zum Start in den Tag.

Zubereitung: So kochst Du schwarzen Reis richtig

Schwarzer Reis braucht etwas mehr Geduld als weißer – dafür belohnt er Dich mit Geschmack und Nährstoffen. Hier die wichtigsten Tipps:

Einweichen: Ideally weichst Du schwarzen Reis 30–60 Minuten (oder über Nacht) ein. Das verkürzt die Kochzeit und macht ihn leichter verdaulich.

Waschen: Immer gründlich unter fließendem Wasser waschen, bis das Wasser klar bleibt – das reduziert sowohl Stärkerückstände als auch den Arsengehalt.

Wasserverhältnis: Etwa 1 Teil Reis auf 2,5 bis 3 Teile Wasser. Wer den Arsengehalt weiter reduzieren möchte, nimmt mehr Wasser (1:6) und gießt es nach dem Kochen ab.

Kochzeit: Je nach Einweichdauer 25–40 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Wasser aufgesogen ist und die Körner weich sind.

Lagerung: Gekochter schwarzer Reis hält sich im Kühlschrank 1-2 Tage und lässt sich gut vorbereiten. Aber Achtung: Reis ist sehr empfindlich und sollte definitiv nicht länger als 2 Tage gelagert werden!

Fazit: Schwarzer Reis lohnt sich

Die Antwort auf die Eingangsfrage ist eindeutig: Schwarzer Reis ist weißem Reis in fast jeder Hinsicht überlegen – mehr Ballaststoffe, mehr Antioxidantien, mehr Mikronährstoffe, ein niedrigerer glykämischer Index. Wer seinen Körper gut versorgen möchte, ist mit schwarzem (oder braunem, rotem oder Vollkorn-Basmatireis) deutlich besser dran als mit dem klassischen weißen Reis aus dem Supermarkt. Das heißt jetzt aber nicht, dass weißer Reis tabu ist – aber wenn Du die Wahl hast, greif zur bunten Variante. Dein Darm, Dein Immunsystem und Deine Energie werden es Dir danken.

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Bleib gesund,
Deine Rosa 😉

Welche Reissorte ist die gesündeste und was ist überhaupt der Unterschied zwischen weißem und schwarzem Reis? Erfahre mehr!

Wissenschaftliche Quellen und Studien zu diesem Blogbeitrag

Chen, P. N., Kuo, W. H., Chiang, C. L., Chiou, H. L., Hsieh, Y. S., & Chu, S. C. (2006). Black rice anthocyanins inhibit cancer cells invasion via repressions of MMPs and u-PA expression. Chemico-biological interactions163(3), 218–229.
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Deng, G. F., Xu, X. R., Zhang, Y., Li, D., Gan, R. Y., & Li, H. B. (2013). Phenolic compounds and bioactivities of pigmented rice. Critical reviews in food science and nutrition53(3), 296–306.
https://doi.org/10.1080/10408398.2010.529624

Kazemzadeh, M., Safavi, S. M., Nematollahi, S., & Nourieh, Z. (2014). Effect of Brown Rice Consumption on Inflammatory Marker and Cardiovascular Risk Factors among Overweight and Obese Non-menopausal Female Adults. International journal of preventive medicine5(4), 478–488.
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Kozuka, C., Yabiku, K., Takayama, C., Matsushita, M., & Shimabukuro, M. (2013). Natural food science based novel approach toward prevention and treatment of obesity and type 2 diabetes: recent studies on brown rice and γ-oryzanol. Obesity research & clinical practice7(3), e165–e172.
https://doi.org/10.1016/j.orcp.2013.02.003

Tantamango, Y. M., Knutsen, S. F., Beeson, W. L., Fraser, G., & Sabate, J. (2011). Foods and food groups associated with the incidence of colorectal polyps: the Adventist Health Study. Nutrition and cancer63(4), 565–572.
https://doi.org/10.1080/01635581.2011.551988

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