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Müdigkeit – Ursachen und Probleme der Dauermüdigkeit

Warum bin ich so müde?

Wer kennt es nicht: Ständige Müdigkeit und das Gefühl vom Müdesein? Manchmal gibt es Phasen, da könnte ich morgens nach dem Aufwachen und Aufstehen gleich wieder ins Bett gehen, weil ich mich nicht erholt und ausgeschlafen fühle. Auch wenn ich das eigentlich von der Schlafdauer sein müsste. Gerade wenn Du Dich ausreichend an der frischen Luft bewegst, Dich gesund ernährst und auf ausreichend Schlaf achtest, klingt das verdächtig. Schlaf ist essentiell für unseren Körper und Schlafentzug ist eine nach wie vor praktizierte Foltermethode. Wie wichtig Schlaf gerade bei Stress und auch für unsere Stimmung ist, habe ich Dir hier schon verraten. Müdigkeit und das Gefühl des Erschöpftseins kann das Symptom von vielen Ursachen sein, die ich Dir hier aufzeigen werde.

Müdigkeit kann viele Ursachen haben

Zu den physischen, also körperlichen Ursachen können Schilddrüsenprobleme, Blutarmut, Diabetes oder das Schlaf-Apnoe-Syndrom gehören. Bei letzterem kommt es zu Atemaussetzern während dem Schlaf, die die Schlafqualität mindern. Ähnlich ist es auch beim Schnarchen, das streng genommen eine Atmungsstörung ist.

Noch häufiger sind Schätzungen zufolge allerdings psychische Belastungen, die uns müde machen. Studien zufolge, geben durchschnittlich 2/3 aller befragten Personen in der Regel seelische Belastungen als Ursache an. Dazu gehören vor allem Stress, Angststörungen, einhergehender Alkoholkonsum und Depressionen. Diese haben vor allem einen Einfluss auf unsere Einschlaffähigkeit, aber auch auf unsere Schlafqualität. Wir wälzen uns im Bett, können nicht einschlafen und ärgern uns zudem über diesen Zustand. Damit entsteht ein Teufelskreis, aus dem wir nur schwer ausbrechen können. Das abendliche Zubettgehen wird damit zur Last.

Ein Gang zum Arzt ist ratsam

Wenn Du Dich müde fühlst, obwohl Du eigentlich ausreichend schläfst, rate ich Dir Deine Blutwerte checken zu lassen. Kannst Du psychische Belastungen für Dich ausschließen, kann der Auslöser für Deine Müdigkeit körperlichen Ursprungs sein. Oftmals ist Dein Körper in diesem Fall mit energieraubenden Prozessen beschäftigt, die ihn einfach erschöpfen und Dich damit müde machen. Das können Entzündungen im Körper sein, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen, ein überlastetes Immunsystem durch Infekte, Multiple Sklerose, Nährstoffunterversorgungen, Vitaminmangel, Leberfunktionsstörungen oder auch Blutarmut sein.

Auch zu wenig Flüssigkeitsaufnahme kann uns müde machen, da unser Blut damit dickflüssiger wird und unser Herz damit stärker pumpen muss. Als Folge macht uns diese Anstrengung wiederum müde. Zudem gibt es auch ein anerkanntes Chronique-Fatigue-Syndrom (CFS), das chronische Erschöpfungssyndrom. Das ist eine neurologische Form der Erschöpfungserkrankung, die mit unserem Nervensystem zusammenhängt – es gibt hierzu sogar einen kostenlosen Online-Test. Du siehst: Müdigkeit und Erschöpftsein können körperlich vielfältige Ursachen haben. Zudem können auch einige Medikamente als Nebenwirkung müde machen. 

Das kannst Du gegen Müdigkeit tun

Um die physischen Gründe zu beseitigen, solltest Du ärztlichen Rat aufsuchen. Ein ausgiebiger Check Deiner Blut- und Entzündungswerte, Deines Vitamin B12-Spiegels, sowie Deiner Nähr- und Mineralstoffe kann häufig Rückschlüsse auf mögliche Ursachen geben. Auch ein ehrlicher Blick auf die Ernährung kann hilfreich sein. Gerade schwer verdauliche, stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel sind eine generelle Belastung für den Körper und für unsere Verdauung. Kombiniert mit zu wenig Bewegung und keinem Ventil, um Stress abzubauen, kann das nur nach hinten losgehen. Sport kann dabei Wunder bewirken und hat zahlreiche wohltuende Auswirkungen auf unseren Organismus – ich spreche aus eigener Erfahrung! Persönlich kann ich Sport direkt vor dem Schlafengehen machen und fahre nach einer kalten Dusche richtig runter. Andere pusht Sport vor dem Schlafengehen zu sehr. Hier musst Du Deine individuelle Erfahrung machen. Achte zusätzlich auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung und eine ausreichende Wasserzufuhr

Auch ist es sehr hilfreich, Stress zu vermeiden, den Du auch vermeiden kannst. Dabei wirkt es oftmals befreiend auszumisten, Dinge zu verschenken und vor allem auch Raum für sich selbst, sogenannte „Me-Time“, zu schaffen. Zeit, in der Du Dir bewusst etwas Gutes tust und in der es nur um Dich geht. Gerade in unserem gehetzten Alltag und mit dem Gefühl “etwas zu verpassen”, gerät die bewusste Zeit für uns selbst oftmals in Vergessenheit. Dabei ist gerade sie das wohl wichtigste Balsam für unsere Seele.

Klingt komisch, ist aber so: Schlafen hilft am meisten gegen Müdigkeit :)
Klingt komisch, ist aber so: Schlafen hilft am meisten gegen Müdigkeit 🙂

Achte darauf, Deinen Schlaf zu verbessern

Schläfst Du ausreichend, d.h. zwischen mindestens 6-8 Stunden? Wachst Du nachts häufig auf? Wälzt Du Dich lange vor dem Einschlafen? Mir persönlich hilft es sehr, vor dem Schlafengehen weder am Laptop zu arbeiten, noch am Handy zu hängen. Sowohl blaues Licht als auch Neuigkeiten und Nachrichten wühlen mich zu sehr auf. Sie starten gerne mal ein Gedankenkarussell, in dem ich vom Hundertsten ins Tausendste gerate und nicht einschlafen kann. Deshalb lese ich vor dem Schlafengehen gerne ein Buch oder versuche auch Entspannungsübungen als Rituale vor dem Zubettgehen zu pflegen. Für plötzliche Gedankengänge, die aufkommen, habe ich ein kleines Buch in greifbarer Nähe liegen, um diese zu notieren und nicht zerdenken zu müssen. Zudem versuche ich spät abends nicht zu viel zu trinken, um nachts nicht deswegen geweckt zu werden. Auch eine Wassermelone vor dem Zubettgehen, ist sicherlich nicht die beste Idee. 😉

Außerdem solltest Du generell versuchen, sowohl eine Lärm- als auch eine Lichtverschmutzung auszuschalten. Ich persönlich kann mit einem tickenden Wecker schlecht einschlafen. Auch wenn ich denke, dass mich Licht nicht wirklich stört und ich damit „klar komme“, ist es dennoch kontraproduktiv für den wirklich erholsamen Schlaf. Dazu mehr in meinem Blogbeitrag zum Thema “Schlaf”.

Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit helfen beim Schlafen

Gerade für den wirklich erholsamen Schlaf ist es wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem Du Dich wohl und geborgen fühlst. Erst dann ist Dein Körper auch in der Lage, wirklich abzuschalten. Ich persönlich merke das vor allem beim Reisen im Van. Gefühlt falle ich sehr selten in den wirklich erholsamen Tiefschlaf und beschreibe meinen Schlaf eher als eine Art „Katzenschlaf“ – ich schlafe gefühlt immer mit einem offenen Auge, falls etwas passieren sollte, doch jemand Unbekanntes am Auto sein sollte, etc. Ich kann nicht „richtig“ abschalten und das merke ich vor allem dann, wenn ich wieder ein „normales Bett“ habe. Gerade bei meinen Eltern und guten Freunden kann ich wie ein Baby schlafen und wache morgens ausgeruht auf.

Nicht nur das Gefühl von Sicherheit, sondern auch Geborgenheit können es Dir erleichtern sowohl einzuschlafen als auch besser zu schlafen. Kuscheln wir vor dem Zubettgehen mit unserem Haustier oder auch Partner, schüttet unser Körper das Bindungshormon Oxytocin aus. Oxytocin hat eine opiate Wirkung und lässt uns das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit empfinden. Beides lässt uns besser einschlafen und gleichzeitig ist der Schlaf auch erholsamer. Zusätzlich kann das Schlafen neben einem Partner wie eine „Therapiedecke“ wirken – dazu hier mehr. In einem der folgenden Blogposts werde ich Dir Nahrungsmittel vorstellen, die nachweislich den Schlaf verbessern und damit auch der Müdigkeit vorbeugen. Zudem werde ich noch ein paar Schlafmethoden vorstellen, die Dein Einschlafen und generelles Schlafen erleichtern und verbessern können.

Was sind Deine individuellen Einschlaftipps und -tricks? Hast Du ein Einschlafritual? Gehörst Du eher zu den Lerchen oder Nachteulen (wie ich)? Ich würde mich freuen, wenn Du meine Facebook-Fanpage abonnierst. Damit bleibst Du am einfachsten auf dem Laufenden. Natürlich kannst Du diesen Beitrag oder andere Blogposts gerne auch teilen – sharing is caring! <3


Quellen für den Blogpost

Online-Test zum Chronique-Fatigue-Syndrom (CFS): www.prof-stark-selbsthilfe.de/cfs-diagnose

Laethem, M. V. et al. 2017: Stress, fatigue, and sleep quality leading up to and following a stressful life event, in: Stress and Health, Vol. 33, 2017, No. 4, pp. 459-469.

Pichard, L. E. et al. 2019: Precision Medicine for Sleep Loss and Fatigue Management, in: Sleep Medicine Clinics, Vol. 14, 2019, No. 3, pp.399-406.

Sathyapalan, T. et al. 2010: High cocoa polyphenol rich chocolate may reduce the burden of the symptoms in chronic fatigue syndrome, in: Nutrition Journal, Vol. 9, 2010, No. 55. 
http://www.nutritionj.com/content/9/1/55

White, P. D. 2007: How common is chronic fatigue syndrome; how long is a piece of string?, in: Population Health Metrics, Vol. 5, 2007, No. 6.
https://pophealthmetrics.biomedcentral.com/articles/10.1186/1478-7954-5-6

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2 Comments

  • Reply
    Max
    25. November 2020 at 2:17

    Toller Beitrag. Kann Vitaminmangel auch zu Müdigkeit führen? Vorfallen als Vegetarier?

    • Reply
      rosalazic
      25. November 2020 at 13:16

      Hallo Max!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar – freut mich sehr, wenn er Dir gefällt!
      Ja, in der Tat kann ein Vitaminmangel der Auslöser für Müdigkeit und auch Dauermüdigkeit sein. Daher solltest Du auf jeden Fall Deine Blut- und Nährstoffwerte checken lassen und vor allem ein Auge auf Deinen Vitamin B12-Spiegel werfen lassen.

      Viele Grüße
      Rosa

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